Performances


Da Lime A Lime



Die Performance Da Lime A Lime entstand im Rahmen einer zweiwöchigen Residenz in Montepulciano, Italien im "Labor der Künste" der Kunsthochschulen in NRW in gemeinsamer Arbeit mit Philipp Derlien (Kunstakademie Düsseldorf) und Jonas Sliwka (Kunstakademie Münster).
Zentrales Element ist die Thematisierung des dort vorhandenen Reliquienkultes in Form einer Prozession durch die Stadt und Hinaus aus dieser zu einem künstlichen Sanktum. Die Muschelform ergibt sich einerseits durch die Begebenheit des Bodens in der Südtoskana, gekennzeichnet von diversen kalkhaltigen Ablagerungen, andererseits durch die Symbolhaftigkeit für den heiligen Jakobus, Schutzpatron der Pilger. Innerhalb der Prozession wird eine eigens gebaute Reliquie bestehend aus einem inneren Musikinstrument und einer äußeren Skulptur in Form einer Muschel von vier Personen auf einer Bare getragen, eine Prozessionsgemeinde (Zuschauer / Ko-Akteure) schreiten hinterher. Das Instrument orientiert sich an dem von Harry Partch konzipierten, mikrotonalen Instrumentarium, wobei auch der ritualisierende und performative Aspekt von Harry Partchs Musik Einluss auf das vorliegende Instrument hat. Das Instrument fungiert kinetisch, ein Pendel wird so aufgehangen, dass die Klangstäbe bei einer im Gleichschritt verlaufenden Prozession auf jeden Schritt zufällig erklingen. Die Dokumentation der Performance/Prozession ist leider größtenteils verloren gegangen, jedoch kann eine ausführliche Arbeitsdokumentation hier betrachtet werden.


SCHWUND



Die von der Cellistin Emily Wittbrodt initiierte Performance SCHWUND wurde am 24. Januar 2020 im Rahmen der Inspire Session #5 "Occupying Space" in der Kirche Johannes XXIII. in Köln aufgeführt. Die Kirchenakustik wird ausgenutzt, um über eine Laufzeit von circa 45 Minuten spektrale Klänge zu erzeugen. Eine vorbereitete Partitur strukturierte die Klangmöglichkeiten der Besetzung Kontrabass/Kontrabass/Kontrabass/Cello/Violine nach Obertongehalten, wobei der tiefste erklingende Ton durchweg einen Viertelton unter Subkontra-G liegt. Durch den natürlichen Halleffekt der Kirche entfalten sich die Tonstrukturen und schaffen somit eine plastische Schwingungswahrnehmung im gesamten Raum. Der sakrale Raum in Zusammenhang mit der liegenden Klangkulisse wird in Hinblick seiner Funktion des Innehaltens und der Einkehr reflektiert.

XOXO/¬XOXO



XOXO / ¬ XOXO (Alternativtitel: Sie liebt mich,Sie liebt mich nicht) greift das klassische Ritual des Verliebten, das Blütenzupfen auf. Das vermeintliche Schicksal wird mithilfe eines Orakels aufgeklärt, um so der Vergeblichkeit des eigenen Bemühens zu entrinnen. Thematisiert wird im Kontext der Performance Aberglaube als Bewältigungsmechanismus auf der zwanghaften Suche nach Struktur und Kontrolle.
Das Stück wurde im Rahmen der Reihe Container-Klang der Kölner Gesellschaft für Neue Musik beim Centre Court Festival 2020 in Köln aufgeführt.