© Geraldine Hutt

TPCM

Das 14-köpfige Ensemble um den Bassisten Victor Gelling hat sich zur Maxime gesetzt, nicht innerhalb einer Idiomatik zu forschen, sondern die Idiomatik selbst als Spielfeld musikalischer und dramaturgischer Aktionen zu thematisieren.
Geschaffen wird somit ein Raum, ein gesamtes Universum, welches zu gleichen Teilen eine Inszenierung darstellt. Das freie Einbinden, Spielen und letztendliches Zersetzen musikalischer Idiome ermöglicht, diese in verschiedensten Kontexten umzudeuten, sodass vermeintliche Gegensätze starr als eben Diese als zusammenhängende Teile eines Ganzen gedeutet werden. Eingesetzt hierfür werden Anarchie und Humor, welche kompositorische Ideen und Konzepte innerhalb improvisierter Passagen neu betrachten.
Werden in sich geschlossene Kontexte von Jazz, Neuer Musik und Popularmusik sonst in abgesteckten Grenzen und Klangsprachen gehalten, werden sie bei TPCM vorsätzlich gebrochen, um neues Terrain zu erschließen und ein Spiel mit diesen makrotechnischen Formen zu ermöglichen. Die Textgestaltung entfaltet sich ebenfalls nach diesem Prinzip, sodass Grenzen zwischen Indie-Rock, Neuer Musik, Rezitation und polnischer Science-Fiction aus den 50er Jahren ineinander verschmelzen und Stile und Sprachen, namentlich Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch fluide ineinander greifen. Das Ensemble fordert Freiheit für das Kunstwerk. Die völlige Zerstörung von Erwartung, sodass der Hörer zwangsläufig konstant überrascht wird.


Everything I Glue Together Falls Apart

Das erste Werk von TPCM trägt den Titel "Everything I Glue Together Falls Apart" und diskutiert über eine Länge von circa 35 Minuten Ideen, welche erstmals von zeitgenössischen Komponisten wie B.A. Zimmermann oder Dave Soldier postuliert worden sind; die von Zimmermann erstmals formulierte Kugelgestalt der Zeit spielt hierbei eine tragende Rolle. Die drei zentralen Motive des Werkes werden über die Länge des Stückes in immer wieder neuen Kontexten betrachtet, sodass Zwölftonreihen, Bigband-Shouts, ThereminKinderklavier-Duos, Trap-Grooves, Rezitativ-Duette, Didgeridoo-Chöre und Casioklavieretüden sich gegenseitig aufgreifend verschiedene Ausführungen eines zentralen Themas präsentieren. Der zu hörende Text stellt Bezüge zu circa vierhundert Jahren Hoch- und Popularkulturgeschichte diverser Kontinente dar.



Besetzung

Karoline Weidt - voc
Claudia Schlutius - voc
Elli Sooß - bari/sop/alt - sax / fl
Niko Zeidler - tn/sop/bari - sax / fl / cl / bcl
Tobias Haug - alt/sop/bari - sax / fl / pic / cl
Tobias Herzog - tb / btrb
Jan Landowski - trb
Arvid Maier - tp / flg / didgeridoo
Lisa Buchholz - tp / flg / didgeridoo
Gabriel Rosenbach - tp / flg / didgeridoo
Raphael Röchter - Kinderklavier / Casioklavier / Mellotron / Elektronik / perc
Eric Haupt - Git / Elektronik / perc
Victor Gelling - Kontrabass / E-Bass / Synth-Bass / comp.
Phillip Schilz - dr / perc



Medien