© Geraldine Hutt

Victor Gelling's T.P.C.M.

Victor Gelling ist ein Forscher. Im Mittelpunkt steht für ihn die Idee, die Frage, auf der ein Stück aufbaut. Parameter wie Form, Struktur, Klangfarbe, Tonalität und Dramaturgie sind für ihn Werkzeuge und Regler, mit deren Hilfe er seine akustischen Experimente gelingen lässt. Seine Schlüsse aus diesen Experimenten haben sich in seinem Zyklus "Everything I Glue Together Falls Apart" manifestiert. Es ist ihm gelungen, ein Kollektiv bestehend aus 13 Mitstreitern aus verschiedensten Kontexten für diese Idee zu gewinnen. Die Diversität der musikalischen Hintergründe dieser Musiker*innen erlaubt es T.P.C.M. als organische, frei formbare Masse zu fungieren, welche augenblicklich verschiedenste Formen annehmen und dennoch in eine gemeinsame Richtung arbeiten kann. Indierock und Noise, freie Improvisation und Choralsätze stehen nicht mehr als Gegensatz da, sondern ergänzen sich notwendig zu einem größeren Ganzen. 

Widersprüche werden eingesetzt als Mittel, Gewohntes infrage zu stellen, Vertrautes durch eine neue Perspektive zu entfremden und Neues zu entdecken. Die Stücke aus der Feder des Bandleaders bieten dafür die ideale Basis. Sie bewegen sich zwischen verschiedensten Genres, Epochen und Kompositionstechniken, quer und bunt ausgebreitet über die gesamte Spielzeit des Albums. Die Texte, teils auf Englisch, teils auf Deutsch, richten sich ebenfalls nach diesem Prinzip. Sie erzählen Geschichten von verflossener Liebe, von Kämpfen mit sich selbst, dem Unerreichbaren und dem Ende des Sommers, ohne dabei den Klang der Sprache zu vernachlässigen. 

Spielwut und Forscherdrang äußern sich auch im illustren Instrumentarium der Stücke. Kinderklavier und Mellotron stehen neben Klarinette und Kontrabass; Theremin und Didgeridoo-Chöre kontrastieren mit Tuba und Flügelhorn. Zwölftonreihen treffen auf Bigband-Shouts, Trap-Grooves treffen auf Atonale Choräle, Kinderklavieretüden auf elektrische Speerspitzen. Jedes Stück fungiert nach eigenen Regeln in einer eigens geschaffenen Welt. Jedes Stück kreiert ein eigenes Universum, in welchem nur die Regeln des Stückes gelten können.



Besetzung

Karoline Weidt - voc
Claudia Schlutius - voc
Elli Sooß - bari/sop/alt - sax / fl
Niko Zeidler - tn/sop/bari - sax / fl / cl / bcl
Tobias Haug - alt/sop/bari - sax / fl / pic / cl
Tobias Herzog - tb / btrb
Jan Landowski - trb
Arvid Maier - tp / flg / didgeridoo
Lisa Buchholz - tp / flg / didgeridoo
Gabriel Rosenbach - tp / flg / didgeridoo
Raphael Röchter - Kinderklavier / Casioklavier / Mellotron / Elektronik / perc
Eric Haupt - Git / Elektronik / perc
Victor Gelling - Kontrabass / E-Bass / Synth-Bass / comp.
Phillip Schilz - dr / perc





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